Die Feldenkrais-Methode wurde nach ihrem Begründer
Dr. Moshe Feldenkrais (1904-1984) benannt. Sie ist
keine Gymnastik im herkömmlichen Sinn und auch keine medizinische Behandlung, wird aber dort oft erfolgreich eingesetzt.
Sie ist eine Lernmethode. Aber mit schulischem Lernen hat sie nichts zu tun. Versuch und Irrtum, Erfahrung sammeln, wieder neu probieren, das ist Lernen. Und damit beginnen wir schon als neugeborener Mensch. Und so sammelt jeder Mensch im Laufe seines Lebens viele individuelle Erfahrungen. Bestimmte Handlungen, die wir einmal für gut befunden haben, lassen wir
zur Gewohnheit werden, ohne uns darüber bewusst zu sein.
Aber unsere Umwelt, unsere Mitmenschen, die Lebenssituation verändert sich aus irgendwelchen Gründen immer wieder. Und schon sind manche unserer lieb gewonnenen
Bewegungs- und Handlungsmuster nicht mehr passend.
Wir fühlen Anstrengung, Unbeweglichkeit, Verspannung oder sogar
Schmerzen.
Oft haben wir den
Zugang zu unseren eigenen Bedürfnissen, unserer Kreativität und unserem Wohlbefinden verloren. Unser Gehirn/Nervensystem ist sowohl für unsere Bewegungen (Motorik), als auch für unser Denken (Kognition), unsere Gefühle (Emotionen) und unser Fühlen (Sensorik) zuständig.
Alle vier Aspekte machen unser Handeln aus, verändern wir einen Aspekt, dann hat es Auswirkungen auf die anderen drei. (Bsp.: Ein Mensch geht in einer fröhlichen Stimmung anders als in einer traurigen.)
Dr. Moshé Feldenkrais hat die
Bewegung in den Vordergrund gestellt, da sie für jeden einzelnen am leichtesten nachzuvollziehen ist. Durch verbal angeleitete Bewegungsabläufe hat jeder Teilnehmende die Möglichkeit, seine eigenen gewohnheitsmäßigen Bewegungs- und Handlungsmuster klarer
zu erkennen und neue Möglichkeiten zu entdecken.
Ein kleines Beispiel für Sie am PC: Falten Sie Ihre Hände. Welcher Daumen liegt oben? - Nun falten Sie Ihre Hände andersherum, so dass alle Finger um einen versetzt sind und der andere Daumen oben liegt. Wie fühlt es sich jetzt an?
Seltsam? Fremd? Ungewohnt? Genau! Und darum geht es in dieser Methode. Entdecken Sie all ihre Möglichkeiten, das gleiche auf verschiedene Weise zu tun.
"Wer nur über eine Verfahrensweise verfügt,
hat nur die Wahl zwischen Tun und Nichttun. -
Ohne Freiheit der Wahl ist das Leben nicht eben süß"
M. Feldenkrais
Die Sensomotorik nimmt eine Schlüsselposition für unser Handeln ein. Wir schulen unsere Wahrnehmung bei unserem Tun und übernehmen in dem Moment auch die Verantwortung dafür. Zum Beispiel an einer Gewohnheit festzuhalten oder sie zu verändern.
"Erst wenn Du weisst, was Du tust,
kannst Du tun, was Du willst"
M. Feldenkrais
Wir können
lernen zu erkennen, welche Bewegungen uns immer wieder zu Schmerzen führen, welche Muskeln und Gelenke wir häufig benutzen und welche wir völlig vergessen haben, wie wir die Arbeit im Körper verteilen (z.B. Tennisellenbogen) und was uns das Gefühl von Erschöpfung bereitet. Dazu entwickeln wir mehrere Alternativen.
Durch diese Wahrnehmung kommt es zu einer neuromuskulären Reorganisation. Es verändert sich nicht nur unser Körperbild, sondern auch unser Selbstbild.
"Wir handeln nach dem Bild, das wir uns von uns selbst gemacht haben."
M. Feldenkrais